Pagefile

Auslagerungsdatei

Pagefile

Die Auslagerungsdatei (Pagefile) ist ein Bereich auf dem Datenträger, in den Windows Teile des Arbeitsspeichers auslagert, wenn dieser knapp wird. Forensisch ist sie wertvoll, weil sie Bruchstücke dessen enthalten kann, was im RAM war — auch dann noch, wenn das System längst aus ist. Sie ist gewissermaßen ein dauerhafter Abdruck flüchtiger Daten.

Historie & Fakten. Reicht der Arbeitsspeicher nicht aus, lagert das Betriebssystem Speicherseiten auf den Datenträger aus — in die Pagefile. Dadurch können dort Datenfragmente landen, die eigentlich flüchtig sind: Reste von Dokumenten, Eingaben oder sogar schlüsselartige Daten. Anders als der reine Arbeitsspeicher überdauert die Pagefile das Abschalten und ist Teil des Datenträger-Abbilds — sie verbindet damit die Welt der persistenten und der flüchtigen Spuren. Ausblick & Empfehlung. Für die Forensik ist die Pagefile eine ergänzende Quelle zur Speicheranalyse: Selbst wenn kein Live-Speicherabbild gezogen werden konnte, finden sich hier mitunter Fragmente dessen, was im RAM war. Die Inhalte sind allerdings unstrukturiert und müssen mit gezielten Such- und Carving-Verfahren erschlossen werden. Wer Daten sicher beseitigen will, darf die Auslagerungsdatei nicht vergessen — auch sie kann sensible Reste enthalten.
Pagefile — Auslagerungsdatei