Wörterbuchangriff
Wörterbuchangriff
Dictionary Attack
Ein Wörterbuchangriff errät Passwörter, indem er gezielt eine Liste wahrscheinlicher Begriffe durchprobiert — echte Wörter, Namen, gängige Muster und bekannte Leak-Passwörter — statt blind alle Kombinationen. Er ist die intelligentere, schnellere Verwandte des reinen Brute-Force-Angriffs. Gegen menschlich gewählte Passwörter ist er besonders erfolgreich.
Historie & Fakten. Menschen wählen Passwörter selten zufällig; sie nehmen Wörter, Namen, Jahreszahlen und vorhersehbare Abwandlungen. Genau das nutzt der Wörterbuchangriff: Er arbeitet eine kuratierte, oft aus früheren Datenlecks gespeiste Liste ab, ergänzt um typische Variationen (Zahl am Ende, Buchstabentausch). Dadurch findet er schwache Passwörter um Größenordnungen schneller als das reine Durchprobieren aller Zeichen. Eng verwandt ist das Credential Stuffing mit anderswo geleakten Zugangsdaten.
Ausblick & Empfehlung. Die Verteidigung deckt sich weitgehend mit der gegen Brute Force: lange, zufällige und einzigartige Passwörter (idealerweise über einen Passwortmanager), MFA als entscheidende zweite Hürde, Sperren nach Fehlversuchen und sicheres, langsames Hashen mit Salt. Ergänzend sinnvoll ist, neue Passwörter gegen Listen bekannter Leak-Passwörter zu prüfen und solche abzulehnen — so wird der Wörterbuchangriff von vornherein ins Leere geführt.