UDP
Benutzer-Datagramm-Protokoll
User Datagram Protocol
UDP ist ein einfaches Transportprotokoll, das Daten ohne Verbindungsaufbau und ohne Zustellgarantie verschickt — schnell, aber „ungesichert“. Es eignet sich für Anwendungen, bei denen Tempo wichtiger ist als Vollständigkeit, etwa Sprach- und Videoübertragung, DNS oder Zeitabgleich. Es ist das schlanke Gegenstück zu TCP.
Historie & Fakten. UDP verzichtet auf Verbindungsaufbau, Bestätigungen und Neuübertragung; es verschickt Datagramme einfach los. Das macht es schnell und sparsam, aber unzuverlässig im technischen Sinne — verlorene Pakete bleiben verloren. Sicherheitsrelevant ist vor allem, dass die fehlende Verbindungsprüfung Fälschung (Spoofing) und Verstärkungsangriffe (Amplification) erleichtert: Kleine gefälschte Anfragen können große Antworten an ein Opfer auslösen, ein verbreitetes Mittel bei DDoS.
Ausblick & Empfehlung. In der Verteidigung verdienen verbreitete UDP-Dienste (etwa DNS oder Zeitdienste) besondere Aufmerksamkeit, da sie für Verstärkungsangriffe missbraucht werden können; deren Absicherung und die Filterung gefälschter Quelladressen mindern das Risiko. In Netzbeobachtung und Forensik ist UDP-Verkehr ebenso aufschlussreich wie TCP — auch hier verraten ungewöhnliche Ziele oder Volumina verdächtige Aktivität. Wie bei TCP gilt: Vertraulichkeit entsteht erst durch eine darüberliegende Verschlüsselung.