Triton

Triton (TRISIS)

Triton / TRISIS

Triton (auch TRISIS oder HatMan) ist die 2017 entdeckte Schadsoftware, die erstmals gezielt ein Sicherheits-Notabschaltsystem (Safety Instrumented System, SIS) angriff — konkret die Triconex-Controller von Schneider Electric in einer Industrieanlage im Nahen Osten. Weil sie genau die Schutzschicht ins Visier nahm, die Menschenleben sichern soll, markiert sie eine besonders gefährliche Eskalation.

Historie & Fakten. Sicherheits-Notabschaltsysteme sind die letzte Schutzinstanz industrieller Anlagen: Sie fahren einen Prozess sicher herunter, wenn er gefährliche Zustände erreicht (Überdruck, Überhitzung). Triton wurde maßgeschneidert, um genau diese Triconex-Systeme zu manipulieren — der Versuch löste 2017 unbeabsichtigt eine Notabschaltung aus und flog dadurch auf. Der Angriff erforderte tiefes, anlagenspezifisches Wissen und gilt als Blaupause, wie sich Sicherheitssysteme angreifen lassen. Zugeschrieben wird er der Gruppe XENOTIME. Ausblick & Empfehlung. Triton verschob die rote Linie: Ein Angriff auf das SIS nimmt Tod oder physische Zerstörung zumindest in Kauf. Schutz erfordert die konsequente Trennung von Sicherheits- und Prozessleitebene, strenge Zugangskontrolle zu Engineering-Systemen und das Monitoring von Veränderungen an Sicherheitscontrollern. Da diese Systeme traditionell bei der Technik und nicht bei der IT-Sicherheit liegen, ist die Verzahnung beider Welten entscheidend — ein Kernanliegen normgerechter OT-Sicherheit nach IEC 61511/62443.
Triton — Triton (TRISIS)