KEV

Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen

Known Exploited Vulnerabilities Catalog

Der KEV-Katalog ist eine von der US-Behörde CISA gepflegte Liste von Schwachstellen, für die eine aktive Ausnutzung in der Praxis nachgewiesen ist. Er beantwortet nicht die Frage „wie schwer?“, sondern „wird es bereits angegriffen?“ — und priorisiert damit das Patchen scharf. Eine Schwachstelle im KEV ist kein theoretisches Risiko mehr.

Historie & Fakten. Die CISA führte den KEV-Katalog 2021 ein, um der Flut bekannter Schwachstellen eine handlungsleitende Priorisierung entgegenzusetzen. Aufnahmekriterium ist nicht ein hoher Schweregrad, sondern der Nachweis tatsächlicher Ausnutzung. Für US-Bundesbehörden ist das Schließen von KEV-Einträgen innerhalb gesetzter Fristen verbindlich; darüber hinaus hat sich der Katalog als faktischer Standard für die Dringlichkeitsbewertung etabliert und wird etwa mit EPSS und in Aggregatoren wie der EUVD verknüpft. Ausblick & Empfehlung. KEV ergänzt die Schweregradbewertung (CVSS) und die Wahrscheinlichkeitsschätzung (EPSS) um den härtesten Faktor: belegte Ausnutzung. Wer Schwachstellen priorisiert, sollte KEV als oberste Eskalationsstufe behandeln — was hier steht, gehört in der Regel sofort behoben oder mitigiert. Der größte Nutzen entsteht, wenn der Katalog automatisiert gegen das eigene Inventar abgeglichen wird, statt ihn manuell zu sichten.
KEV — Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen