Air Gap
Air Gap (physische Netztrennung)
Air Gap
Ein Air Gap ist die vollständige physische Trennung eines Systems oder Netzes von allen anderen Netzen, insbesondere vom Internet. Die Idee: Was nicht verbunden ist, kann auch nicht aus der Ferne angegriffen werden. In der Praxis ist diese Trennung jedoch seltener und durchlässiger, als viele annehmen.
Historie & Fakten. Air Gaps werden für besonders schützenswerte Umgebungen eingesetzt — etwa in der Industrie, bei Versorgern oder in militärischen Bereichen. Doch die vermeintlich absolute Sicherheit ist trügerisch: Stuxnet überwand 2010 ein Air Gap, indem es sich über USB-Datenträger in eine isolierte Anlage trug. Auch Wartungslaptops, Fernwartungszugänge, mobile Datenträger und schlicht unsauber umgesetzte Trennungen unterlaufen das Konzept regelmäßig. Forschung zeigt zudem exotische Wege, Daten über Schall, Licht oder elektromagnetische Abstrahlung zu schleusen — praktisch aufwendig, aber möglich.
Ausblick & Empfehlung. Ein Air Gap ist ein wertvoller Baustein, aber kein Allheilmittel; er muss diszipliniert gepflegt werden. Entscheidend ist die strikte Kontrolle aller Übergänge: Wechseldatenträger, Wartungszugänge und temporäre Verbindungen sind die typischen Bruchstellen. Auch hinter einem Air Gap braucht es Sichtbarkeit und Überwachung, denn ist ein Angreifer einmal drin, fehlt sonst jede Erkennung. Das Konzept ist somit eine Ergänzung zu Segmentierung und Zugangskontrolle, kein Ersatz für sie.